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Goldene Konfirmation

Reformation meets Goldene Konfirmation

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Am Sonntag den 31.10.2021 kamen mit 15 ehemalige Konfirmand:Innen in die Laurentiuskirche, um ihre Goldene Konfirmation zu feiern. Gemeinsam mit Pfarrer Michael Scherer-Faller zogen die Jubilare unter dem Klang der Orgel in die Kirche ein. Ein Erfahrungsbericht von Rudi Janßen!

Pfarrer Scherer-Faller stellte seine Predigt unter das Thema „zur Freiheit hat euch Christus befreit“. Er ging zurück bis ins Jahr 55 nach Christus und spannte den Bogen über die Reformation 1517, durch das Jahr 1970 bis heute. Aber wie war das 1970? Willy Brandt war Bundeskanzler und Gustav Heinemann Bundespräsident. Am 8. Mai 1970 haben die Beatles ihr letztes Album „Let it be“ veröffentlicht und hier in Trebur, wurden fern vom großen Weltgeschehen zwei Tage später, am 10.05.1970, 48 Mädchen und Jungs von Pfarrer Kowalinski konfirmiert. Mit schicker Frisur und den ersten Perlonstrümpfen unter den schönen Kleidern die Mädchen, ordentlich gekämmt und im ersten guten Anzug wir Jungs. Eine Woche vor der Konfirmation war die „Prüfung“ gewesen, wo man einfach aufgerufen wurde und eine x- beliebige Stelle des kleinen Katechismus aufsagen musste. Aufgeregt, vielleicht schrecklich aufgeregt, ging es doch darum, dass Auswendiggelernte vorzutragen und nicht stecken zu bleiben, oder gar seinen Text zu vergessen. Jetzt bei der Konfirmation wussten wir dann wenigstens, was auf uns zukommt. Vielleicht gab es Diskussionen mit den Eltern um Frisuren und Rocklängen, Kuchen wurden ausgetragen, das Wohnzimmer bei uns um- bzw. leergeräumt, denn wie bei vielen anderen, fand die Konfirmationsfeier zu Hause statt. Als Geschenke gab es Sammeltassen, Tortenplatten, Taschentücher, Brieftaschen, die ersten Aussteuersachen, eine Armbanduhr, vielleicht kaufte sich der eine oder andere von euch, so wie ich - bezuschusst vom Geld zur Konfirmation (von meiner Oma bekam ich dem Datum angepasst 105,70 Mark) - ein Fahrrad. Ich frage euch spaßeshalber, wisst ihr noch irgendetwas von dem, was wir im Konfirmandenunterricht auswendig gelernt haben? Klar, dass wir nichts oder kaum etwas behalten haben. Denn bloßes Auswendiglernen ohne Verstehen, wie soll da etwas hängen blieben? Ja, in der Kirche ging es damals um die Lehre und um den Katechismus und was man glauben muss, möglichst ohne zu fragen. Pfarrer waren der verlängerte Arm der Eltern, Zucht und Ordnung sollten herrschen. Kirche war schon ein bisschen die moralische Aufsichtsanstalt. Ich sage das nicht wertend, es war einfach so, und vielleicht würde Pfarrer Kowalinski heute auch manches anders machen und wäre erleichtert, nicht so sehr das Amt tragen zu müssen und mehr Mensch sein zu dürfen. Und ihr Jubelkonfirmand:Innen: Ich glaube wir waren gar nicht so viel anders als die Konfirmand:Innen von heute. Doch zurück ins Jahr 2021. Dem ein oder anderen ist es vielleicht aufgefallen: Wir wären eigentlich letztes Jahr schon dran gewesen (1970 - 2020), aber…. Corona kam dazwischen! Eigentlich sollte es auch in diesem Jahr keine Feiern zur Goldenen Konfirmation geben; zu unsicher schien es, bei „Corona“. Doch unsere Organisator:Innen (Danke an Marianne Blauenburg und Karl-Rainer Scharning) blieben am Ball und so konnten wir am (Reformations-)Tag unsere Jubiläumsurkunden durch Pfarrer Scherer-Faller in Empfang nehmen. Aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen konnten leider nicht alle ehemaligen Konfirmand:Innen an der Feier teilnehmen. Wir wünschen Allen eine baldige Genesung. Unseren bereits verstorbenen Konfirmand:innen des Jahrgangs 1970 haben wir an diesem Tag ganz besonders gedacht. Nach dem Gottesdienst unternahmen wir einen gemeinsamen Spaziergang zum Friedhof, um dort den Magnolien Tulpenbaum des Jahrgangs 1956 zu bestaunen. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen wurde weiter über alte Zeiten gesprochen und es gelang alte Erinnerungen in Gedanken wieder aufleben zu lassen. Und natürlich erkannte man sie wieder: die Lacher:Innen von früher… Aber es gab auch viele ernsthafte Gespräche. Oft ging es dabei um den Ruhestand – den manche kurz vor sich haben oder schon mittendrin sind. Bis zum Nachmittag hinein blieben wir im Eigenheim und hatten noch eine schöne Zeit zusammen. Es war ein unvergesslicher Tag, mit dem Wunsch, sich bei Gesundheit und mit Gottes Segen alsbald schon wieder zu treffen. Rudi Janßen


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